Wechseljahre

Frau Chen hat für mich die Wechseljahre neu erfunden. Statt der handelsüblichen Geburtstage, feiert sie also ab sofort mit mir
“die Wechseljahre”!
Dies bedeutet: HEUTE, am 31. Oktober 2015 wechsle ich vom alter Ego „sturer ESEL“, der ich wohl bisher war…

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zu „alte EULE“ über – in der Hoffnung, irgendwann auch mal ein Jahr als Hund verbringen zu dürfen.

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Nach langer Überlegung stimme ich mit Frau Chen überein, das meine Schwestern sicher ewig „doofe Kröten“ bleiben und die beiden Jungs nie über das Stadium „Hornochsen“ hinaus kommen werden… Nun ja, so ist das eben ;)

eure Martini

Eigentlich…

…hatte ich letzten Freitag mein “halbjähriges Bestehen” und es hätte Grund genug zum Feiern geben müssen, doch leider war es auch der Tag an dem Frau Chen einen Schlag in ihre Magengrube bekam und zum Würdigen meines großen Tages jede Mühe scheute… So gab es keinen Grund mit Martini anzustoßen und Martini selbst, durfte nur – einen ganzen Tag verspätet – an Pfeffer mit Minze schnüffeln und ausgiebig ungehorsam sein.
Ps.: Übrigens war dies der Tag, an dem wir erfuhren das ich eine siebenjährige Namensvetterin im Beaglekostüm habe…..

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…eigentlich ist “schlafende Hunde sollst du nicht wecken” genauso ein Lebensmotto von Frau Chen wie: “Was du nicht weißt, macht dich nicht heiß”! Sich auch nur einmal nicht daran zu halten, MUSSTE wohl einfach bestraft werden und so sollte der Spritzenmann seine vorbehaltlose Diagnose “Depression” bei meiner Chefin Kimba noch mal gründlich unter die Lupe nehmen – was er tat………..

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…eigentlich sollte meine  Anstandshündin mir noch viel beibringen und sich von mir noch eine ganze Ewigkeit die Lefzen lecken lassen! Wieder steht ein Urlaub bevor und ich kann noch nicht einmal schwimmen. Frau Chen ist sauer auf die Welt und ich habe noch nicht einmal davon eine Ahnung! Ich bin erst drei ganze Monate bei ihr………

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…eigentlich ist das Leben vermutlich wirklich ein Balanceakt, weshalb der Mensch zu Recht zu Geburtstagen gratuliert. Es stets erneut ein Jahr zu schaffen, hat wohl am wenigsten mit eigener Leistung, sondern zum größten Teil auch mit Glück zu tun :(

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…eigentlich kann ich noch gar nichts, ausser die Balance halten…………….
Noch ist nicht ganz aller Tage Abend und mir bleibt noch ein bisschen Zeit Kimba,
bevor sie zu Yukon – den ich nie kennen lernen durfte – geht, meine Fürsorge unter Beweis zu stellen…

UND: AUSGIEBIGES LEFZEN LECKEN NATÜRLICH

eure halbwüchsige Martini

 

Intimsphäre

Frau Chen, was ist LIEBE?

Nun, Martini, Liebe ist, jemanden Stunden lang anhimmeln, ohne sich satt sehen zu können!                Also auch, immer bei ihm sein zu wollen,                           ob er nun unter einem Auto oder in der Wanne liegt! Liebe ist: Niemals ohne sie oder ihn sein zu wollen,   egal ob für eine Minute, einen Tag oder die Ewigkeit!

Frau Chen, und was ist VOLLE KONTROLLE?

Nun, Martini, volle Kontrolle ist, wenn der geliebte Mensch sich geliebt und nicht kontrolliert fühlt!           Also auch, wenn er BESESSENHEIT oder KONTROLLZWANG mit LIEBE verwechselt,                             was oft schön geredet als Selbstschutz                             von selbst geschieht und funktioniert!

Frau Chen, ich liebe dich!

Martini, ich weiß!

…und nie stell ich dich auf`s Abstellgleis ;)

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Als ich mal wieder – wie so oft – nicht auf Frau Chen hören, die bereits alle Hunde in der Kutsche hatte und nun endlich auch mich verlanden wollte, sollte ich es beinahe mit meinem Leben bezahlen! Das kam so:
Ich kleines Hundekind sitze stur und mitten auf einem Schotterweg, während Frau Chen unentwegt meinen Namen ruft. Was kann ich denn dafür das sie am frühen Nachmittag schon Durst hat? S´ hat auch sonst keinen interessiert und niemand brachte ihr Martini vorbei :)
Auf jeden Fall kam sie relativ schnell und vor Wut schnaubend auf mich zu – was mich natürlich ängstigte und ein paar Meterchen weiter weg laufen ließ. Anschließend setzte ich mich abermals brav auf meinen Hintern – natürlich ebenso abermals mitten auf den steinigen Weg… und hatte gewonnen :o
Frau Chen machte auf dem Absatz kehrt und verschwand hinter der Kutsche – bestimmt um ein Leckerchen oder Spieli zu holen :-)
Plötzlich hörte ich ein dröhnendes Geräusch und bevor ich mich versammeln konnte, kam ein riesengroßes Auto direkt auf mich zu! Es brüllte mich zornig an und seine Räder warfen Schottensteine nach mir! Viel zu langsam löste ich mich aus meiner Erstarrung und rannte wie ein gehetztes Reh um mein Leben, welches zwischen Stefans schützenden BeinenCHEN nur unzureichend in Sicherheit schien! Das ungeheuer große Auto raste knapp an uns vorbei und verschwand hinter einem Brückenpfeiler…
In der plötzlich auftretenden Stille hörte ich mein kleines, armes Hundeherz laut klopfen und mir wurde schlagartig bewusst, das auch Frau Chen spurlos verschwunden schien, während MEINE EIGENE KUTSCHE MICH BEINAHE  TOTal ÜBERFAHREN HÄTTE!!!
Sie kam auch gleich von irgendwoher und tröstete mich, als ich ihr aufgeregt erzählend entgegen rannte…
Ich denke, ich lass sie besser nicht mehr in der Nähe der Kutsche alleine! Das Ding ist unberechenbar ;-)
eure knapp überlebt habende Martini

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Zwei wie mich gibt es nicht… Zum Glück, meint Frau Chen und mit Beleidigungen geht sie kaum sparsam um!
Vorgestern, am Freitag, den 20. März, wurde ich glatte
20 Wochen jung (5 Monate klingt absolut alt) und wog…
Na ihr wisst schon oder dürft raten :)
Zur Belohnung gab es wieder Tierarzt zum fressen,
auch wenn der versuchte, sich mit Nadeln zu wehren!
Eine davon war recht groß und nun trage ich angeblich
einen Spanner unter meinem kostbaren Fellmantel.
Mit diesem Wissen höre ich jetzt erst Recht nicht mehr
– schließlich kann man mich damit ja finden ;)
Was Frau Chen aber wirklich, ehrlich immer noch ärgert, ist: meine Gangart, samt meinem Unrumpf!
Während ich mit dem Bug wohl wie ein Türsteher laufe,
scheint mein Heck sie an das watscheln einer Ente (!!!)
zu erinnern! :(
Angeblich passt mein Kopf noch immer nicht
*bzw. jetzt wohl noch viel weniger als jemals zuvor*
zum Rest meines Labradorgestells!
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Das liegt jedoch hauptsächlich an Frau Chen ihrem doofen Futterplan!!! S´gab viel zu oft Rumpfsteak und kaum mal Kopffleisch…
Das will sie jetzt ändern – sagt sie…

Ich bin gespannt ob sie das ausgewogen hin bekommt :-)

eure Martini

Freitag, der zweite 13.

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…und ich habe nicht nur ein Loch in meinem Kopf
– so groß und so tief wie mein Fressnapf – nein,
ich hab mir an der EinSTEIN auch noch den unteren rechten Eckzahn ausgebissen :(
Frau Chen hat verzweifelt nach ihm gesucht, ganz sicher das er noch in ihr drin steckt und sie somit endlich einen Milchzahn von mir hätte…
Doch in ihrem blutüberströmten Fell konnte sie nichts von ihm finden und ganz sicher habe ich ihn einfach etwas zu tief in Stein gemeißelt ;)
Das mit dem Loch ist aber ganz im Allgemeinen schwerwiegender, weil die Beule rings um den Krater dazu führt, das ich nun nicht mehr ohne den Kopf einzuziehen durch die Schiebetür der Hundekutsche passe – was zuvor noch problemlos möglich war.
Falls diese massiven Verletzungen – also inklusive der meiner Gefühle! – nicht narbenfrei und operationslos verheilen, so nimmt Frau Chen dem bösen, brutalen Hund, der meiner üblichen, tiefen Zuneigung zu ihm
heute ganz plötzlich ablehnend gegenüberstand,
seine viel zu großen und zu eng stehenden Klöten weg, um meine Wunde mit diesen Kronjuwelen zu stopfen!
Hat sie versprochen!
Ich übertreibe nicht!
Aber auch das mit der Steinigen hat ein Nachspiel – darauf kann sie wetten! Allerdings darf ich an der selbigen selber die Pfoten anlegen, weil es dabei schließlich nicht um eine Geschlechtsorganspende geht und ich nur dafür noch etwas zu jung bin!
Sagt sie! Und sie untertreibt nicht :o

S´gab aber auch was gutes an diesem grausligen Tag: Kimba hat mir kurz vor Ende der Gassirunde eigens eine Maus gefangen, getötet und kurz durchgewolft
– hab ja schließlich einen Eckzahn verloren! – um sie mir zum Geschenk zu machen!
Selbst Frau Chen war gerührt :)

Den nächsten blöd gefallene Freitag gibt es erst im November und bis dahin hab ich Zeit zu wachsen!

Eure Martini

Nun bin ich 18 1/2 Wochen jung und prompt musste ich auf die geeichte TA-Wage! Dazu wurde ich vorgefahren, entladen, in die Praxis von Frau Chens tierisch vertrautem Chefarzt und unmittelbar auf dessen fiese Wahrheitswaage direkt im Eingangsbereich geführt. Die befindet sich im Grenzbereich einer Warteraumecke und mein Hundenäschen versuchte – um sich einen Patientenüberblick zu verschaffen – um selbige zu lunschen, was das rechte Vorderpfötchen vom Metalldedektor hinfort in die narkosegeschwängerte Umluft entführte und welches Frau Chen direkt als Betrugsversuch zu werten wusste!
Zur Ehrlichkeit gezwungen und vor Neugier sterbend, ermittelte die Waage ein vorhersehbares Gewicht von 18 1/2 Kg! Wen das wundert, der hatte bisher keine Ahnung von meiner ANNAtomie: 13 Wochen = 13kg, 16 Wochen = 16kg usw, usw…
Mit 7 1/2 Wochen zum Impftermin an einem Montag erschienen, wog ich… Ihr dürft gern raten!
Ps.: geboren an einem Freitag!
Nix Neues oder gar unerwartetes also! In 1 1/2 Wochen bin ich glatte 20 Wochen jung und werde erwartungsgemäß ungewünschte 20 kg wiegen! Frau Chen hat bereits jedwede Hoffnung auf ein Wunder an den Türrahmennagel gehangen und mit der Hochrechnung begonnen…
20 Wochen = 20kg und 2cm mehr (z.Z. bin ich im Übrigen 54cm hoch, wenn das Schulterblatt als relevanteres Körperteil gilt als z.B. mein Haupt, welches dieses Ding um Längen überragt!), macht bei rund 365 Tagen und also ca. 52 Wochen im 1.Lebensjahr rund 52 Kg und 145,6 cm…………..
Aber in Mathe war sie noch nie sehr gut, weshalb sie gern aufrundet – nur um nicht zu erschrecken und ggf. zu sparen ;) Also kauft sie bereits jetzt eine Schubkarre, Schaufel und Harke, da die Plastikkotbeutel kaum reißfest genug erscheinen…
Im Übrigen dankt sie still und leise dem Bezug einer Erdgeschosswohnung….

Aber auf was ich so oder anders bestehen muss und Anspruch erhebe, ist die rechnerisch-mathematische Gleichung: 5 Monate = noch immer fast ein Baby!
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eurer Riesenbaby Martini

Von wegen!

Angeblich gibt es “zu” – oder zumindest “ganz schön viele Hunde” in unserer Dorfgroßstadt, aber fragt man eine Expertin wie mich, verneine ich das vehement! Meiner eigenen, beinahe zweimonatigen Studie zufolge, gibt es kaum mehr Hunde als wie ich persönlich gut kenne oder nicht wenigstens schon mal sah! Wenn ich einmal pro Woche einen “Neuen” entdecke, ist dies zwar unerhört und unglaublich zugleich, aber eben auch der ultimative Beweis für eine rein mediale Panikmache! Will ich einen mir fremden (also niegel-nagel-neuen) Hund sehen, muss ich ziemlich lang AUSSCHAU nach ihm halten und Frau Chen, für diese meine Ausdauer beim Schauen, eine Menge Zeit haben!
Ausschau
Allerdings triff diese Umweltstudie nicht auf Menschen zu! Die triffst du nicht nur an jeder Ecke und zu jeder Zeit – nein, die triffst du praktisch ständig frisch und ÜBERALL an! HÜLFE!
Hilfe
Wann und wohin auch immer ich Frau Chen folgen muss, ständig läuft da draussen ein neuer Mensch herum! Manche stehen auch plötzlich einfach nur irgendwo da, während andere sich mit unlauteren Mitteln auf zwei bis vier Rädern fortbewegen und ich weiß ganz genau: die habe ich zuvor noch nie gesehen, schon gleich gar nicht an dieser Stelle oder einem ähnlichem Ort! Der Mensch vermehrt sich dem zur Folge in unglaublicher Geschwindigkeit und es kann tatsächlich nur von Überbevölkerung die Rede sein! Um also unsere hündischen Rechte auf Intimsphäre durchzusetzen, sowie uns ein gewisses Maß an unkontrolliertem Freiraum zu schaffen, könnte ich uns folgende Maßnahme empfehlen: eine menschbefreite Sperrzone
Bauband
Dort wo ich euch, meine lieben Kameraden, nicht beispielhaft zur Seite stehen und zur Hilfe eilen kann, empfehle ich Eigeninitiativen zu ergreifen! Ideen hätte ich da viele, aber sicher kommt es bei Betroffenen auch auf Körpergröße, Masse und Klasse an. Sich durchweg immer gefährlich aufzuführen, könnte eure Dosenöffner zur Meidung von menschlichen Artgenossen verführen. Im schlimmsten Fall jedoch, kommt ihr nur noch zu nächtlichen Spaziergängen raus oder zu einem so genannten Profidresseur…
Es gibt aber ein paar Orte, wo ihr unerreichbar und sicher vor Zweibeinern seid:
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Welche Möglichkeiten auch immer auf euch im Einzelnen zutreffend sind…

– vergesst nie wer euch auf die Sprünge half!

Pegida beweist: Jede Herde braucht einen Führer Spinner, dem sie trotz schlechtem Führungszeugnis und minimalstem Intellekt kollegial folgen dürfen! Einen, der seine Ideen so “verkauft”, das spätestens nach eineinhalb Tagen verbalen Austauschs untereinander,
ein Jeder diese für die eigenen hält :) FOLGET MEINEM BEISPIEL ALSO AB ÜBERMORGEN!

Eure Martini Luther King

*dieses Martinifest nagle ich morgen an die Frauenkirche – unterschreibt mit drüber pinkeln*

Senf

soll ich gefälligst schön für mich behalten! Der interessiert hier angeblich niemanden! Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dürfte ich ihn täglich Löffelchen weise auf das Linoleum schmieren, wäre das Leben in dieser Hundehütte würziger! Statt dessen muss ich mich einfügen, unterordnen und langsam an leiser langer Weile sterben! Ich wachse nun wirklich nicht gerade unauffällig, aber mein Erbsenhirn    verdummt :(

Theoretisch könnte ich Leben retten und Bücher schreiben lassen, Astronaut oder Fernsehstar werden…

Praktisch darf ich NICHTS!

Und wenn wir schon beim Thema sind:
Wieso heiße ich eigentlich nicht BONES?

Eure Knochenjägerin Martini